Aufholjagd belohnt, Traktor II – Lok Neustrelitz 2:2

Nach dem Schlusspfiff zeigte sich Traktor-Coach Sahm nicht unzufrieden. Zwar trennte man sich gegen den ESV Lok Neustrelitz nur Remis, das schien nach zwischenzeitlichen 0:2 Rückstand aber kaum noch möglich.

Der Gast benötigte nicht einmal drei Minuten um in Führung zu gehen. Ein langer Ball, eine scharfe Flanke und schon stand es 0:1. Doppelt bitter für Traktor: Jager traf ins eigene Netz. Dahinter hätte aber auch ein Neustrelitzer die Chance genutzt.

Im ersten Durchgang sahen die Zuschauer ein schwaches Spiel. Lok hatte zwar leichte Vorteile, konnte daraus aber keinen Nutzen erzielen. Darguns Stürmer Linde und Sahm hingen völlig in der Luft. Zu groß waren die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaftsteilen. Erst in der 44. Minute hatte der Gastgeber die erste nennenswerte Chance. Westphal bediente Kapitän Franz, der aber am Torwart scheiterte. Kurz darauf war die bewegungsarme und von Abspielfehlern geprägte erste Halbzeit vorbei.

Im zweiten Part begann Traktor gut. Mit mehr Elan setzte man Lok früh unter Druck. Westphal mit einem Drehschuss hatte die erste Gelegenheit (49.). Das Tor erzielte zunächst aber wieder der Gast. Ein Ballverlust in der Defensive führte zum 0:2 (57.). Nur eine Minute später die Antwort des Gastgebers. Groth bediente Westphal. Seine Flanke landete bei Sahm, der zunächst scheiterte. David Lipski behielt die Übersicht und erzielte aus dem Gewühl das 1:2. Sahm mit einem Kopfball und D.Lipski mit einem Schuss scheiterten danach. Libero Nico Zoschke kurbelte die Angriffe immer wieder an. Bis zehn Minuten vor Schluss dauerte es, dann erzielte Traktor den längst überfälligen Ausgleich. Ein Freistoß von D.Lipski landete bei Westphal, der mit dem Kopf Linde bediente. Traktors Stürmer ließ sich die Chance nicht nehmen und traf zum 2:2 (80.).

In den letzten zehn Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams wollten den Sieg. Ein Tor fiel aber nicht mehr. Und so trennten sich Traktor und Lok leistungsgerecht 2:2. Für beide Teams übrigens das erste Unentschieden.

Traktor II: Schöpf, Jager (71.König), N.Zoschke, Groth, Schmidt, Franz, Thielmann (61.Horstmann), David Lipski, Westphal, Linde, Sahm

 

Traktor mit Auswärtsniederlage in Penkun

„Ich kann kaum glauben, dass wir ohne Punkte die Heimreise antreten. Selbst die Zuschauer begreifen kaum, dass ihre Rot-Weißen gewonnen haben“, stammelte Traktor-Coach Marko Kroll unmittelbar nach dem Abpfiff.

Gleich zu Beginn des Spiels hätten die Klosterseestädter das Spiel in die richtige Bahn lenken können. Lewerenz nagelte einen 25-Meter-Freistoß an die Latte. Den Abpraller verpassten sowohl Seidel als auch Rehländer. Danach hatte der Gast erst einmal zu tun, sich auf dem matschigen Untergrund zu gewöhnen. Penkun wirkte stets durch lange Bälle gefährlich.

Die Führung für Penkun resultierte aus einem Eckball. Traktor konnte nicht entschlossen klären, Bednarek nutzte die Unentschlossenheit zum 1:0 (32.). Danach erarbeiten sich die Darguner Feldvorteile. Doch weder Zimmermann, Rehländer (jeweils per Kopf) noch Lewerenz (Schuss) konnten ihre Chancen nutzen.

In der 38. Minute dann der Ausgleich. Das Sturmduo Seidel/Rehländer narrte die gesamte Penkuner Hintermannschaft. Letzterer netzte zum längst überfälligen 1:1 ein.

In der zweiten Halbzeit gab Traktor und Schiedsrichter Bartsch mit seinem Gespann das Spiel aus der Hand. Penkuns Pawel Suwinski, mit zwölf Treffern derzeit auf Rang zwei der Torjägerliste, nahm sich Kapitän Dustin Wortmann á la „Frank Rijkaard-Manier“ zur Brust. Der Schiedsrichterassistent sah dies auch. Nach kurzer Absprache mit dem Unparteiischen hatten sie wohl aber nicht den Mut, den heimischen Torjäger des Feldes zu verwaisen. Nachdem sich alle Beteiligten wieder beruhigt hatten, kam es zum nächsten Aufreger. Penkun erzielte im Anschluss an einem Freistoß das 2:1 aus klarster Abseitsposition durch Adam Kwasniewski (74.). Danach drückte Traktor auf den Ausgleich. Nach einem Konter dann die Vorentscheidung. Pawel Suwinski vollendete zum 3:1 für den Gastgeber (84.). Traktor steckte danach trotzdem nicht auf und kam noch zum Anschlusstreffer. Seidel schickte den eingewechselten Kevin Lipski auf die Reise. Dieser bediente Rehländer und erzielte den 3:2-Endstand (89.).

„Trotz der schlechten Schiedsrichterleistung müssen wir uns an die eigene Nase fassen. Wir müssen zur Halbzeit deutlich führen. Jetzt heißt es Kopf hoch, denn Samstag steigt das Derby gegen Görmin“, blickt Darguns Wortmann schon voraus.

Traktor: Krause, Marcel Werner, Wortmann, Fanter, Ramm (76. Kevin Lipski), Nennemann, Binnenböse, Zimmermann, Lewerenz (70.Ryl), Seidel, Rehländer